Kopenhagen 1978 ohne Meerjungfrau

Ein Blick auf Fotos aus den 70’ger hat heute etwas Enttäuschendes. Worauf hat man in der Jugend seinen „fotografischen Blick“ gelenkt? Was ist wichtig gewesen für eine Erinnerung, für einen Abend mit Diaprojektor und Leinwand und was könnte aufmerken? 1978 war Google Earth unvorstellbar, es gab kein hochauflösendes Fernsehen, kein Internet mit Fotos aus aller Welt. Es gab Abbildungen in Büchern, die immer eine Imagination des Weiter links und rechts, des Mehr, des Drumherum wünschten und dabei Sehnsucht vor Unbekanntem erweckten. Bei all dem wollte man auch das Normale zeigen: Die Berge und Wasserfälle in Norwegen, die Fabrik in WASA (Knäckebrot !) oder das „Nachtleben“ in Kopenhagen. Heute sind diese Fotos wertlos für eigene und fremde visuelle Auffassung – der allgemeine Erfahrungsschatz, zu dem auch Fotos aus Skandinavien gehören, registriert kein „altes Brot“ aus dem lezten Jahrhundert. Damit hat das Auge und die Ästhetik auch recht. Nur noch historisch authentische Aufnahmen wecken unsere und anonyme Aufmerksamkeit. Bilder wollen wir schön im Sinne der modernen Ästhetik.

Das empfinde ich auch und vernichte 99% meiner Fotos aus Skandinavien.

Dieses Dia habe ich aufgehoben: Kopenhagen im Jahr 1978