Noch hat man die Wahl

Ich kann mir beides vorstellen:
Frank geht.
Frank bleibt.
„Langsam habe ich es satt, dieses Spiel, das ich nun kenne: handeln oder unterlassen, und in jedem Fall, ich weiß, ist es nur ein Teil meines Lebens, und den anderen Teil muß ich mir vorstellen; Handlung und Unterlassung sind vertauschbar; manchmal handle ich bloß, weil die Unterlassung, genauso möglich, auch nichts daran ändert, daß die Zeit vergeht, daß ich älter werde …“
Also Frank bleibt.
Ich nicht …
Wieso er und nicht ich?
Oder umgekehrt:
Wieso ich?

So oder so:
Einer wird gehen –
Einer wird bleiben –
Einerlei:
Der nämlich bleibt, stellt sich vor, er wäre gegangen, und der nämlich geht, stellt sich vor, er wäre geblieben, und was er wirklich erlebt, so oder so, ist der Riß, der durch seine Person geht, der Riß zwischen mir und ihm, wie ich’s auch immer mache, so oder so …


(etwas frei nach M.Frisch)